Ohne Titel

„Ich seh’ etwas, was Du nicht siehst“. Mancher mag sich noch an das Ratespiel erinnern, das man als Kind mit einer Freundin oder einem Freund spielte. Als Anhaltspunkt für den Mitspieler gab es nur einen Hinweis auf die Farbe oder die Form des Gegenstandes, der zu erraten war. Eine kleine Übung für die Beobachtungsgabe und die Imagination. Um Letztere geht es auch bei abstrakten Bildern, die keinen Titel tragen. Abstrakt bedeutet ja nicht, dass sich das Bild vom Vorstellbaren entfernt, im Gegenteil. Ohne Titel erst hat die Vorstellungskraft freien Lauf, kann sich die Imagination des Künstlers, der Künstlerin mit der des Betrachters verbinden, um in dessen Kopf wahrhaft zu vollenden. Und was siehst Du, was sehen Sie nun in diesem Bild? Was immer es ist, es wird einzigartig und unwiederholbar sein.

 

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