Loveletter

 

Entschuldigung! – Wer, bitte, schreibt denn heute noch Liebesbriefe? Total retro! Die Liebesbezeugungen unserer Tage werden mit flinken Fingern durch das Aneinanderreihen von Emojis verfasst und durch WhatsApp überbracht. Alles andere ist doch unsicher, ja oft auch hoch riskant. Fängt schon damit an, dass man kaum noch davon ausgehen kann, dass die Adressatin oder der Adressat Volltext lesen kann. Überdies wird ein Kuvert im Briefkasten wahrscheinlich gar nicht mehr geöffnet, sondern wandert als unerwünschte Werbepost sofort in den Papiermüll. Und öffnet die Empfängerin oder der Empfänger den Brief irrtümlich dennoch, läuft der Absender Gefahr, nach der neuen Europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) verklagt zu werden, weil Name und Adresse ohne vorherige Genehmigung verwendet wurden. Was also tun, wenn man als Absender eines Liebesbriefs schon fast vor dem Gefängnis steht und wenn die oder der Angebetete die liebevoll komponierte Emoji-Botschaft, weil von WhatsApp mittlerweile genervt, mit spitzem Finger in das Tal des Vergessens schickt? Man kauft beispielsweise ein Bild, in das die wunderbarsten Botschaften eingewoben sind. Dieses Bild nimmt man, bringt es zur Dame oder zum Herren des Herzens und überreicht es mit Kniefall. Kniefall deshalb, weil herrlich altmodisch und daher wieder angesagt. Vorteile: Lesen entfällt, Bilder sagen mehr als tausend Worte. Sofortiges Wegwerfen ist eher schwierig, weil Bilder in der Regel sperrig sind. Und – Datenschutzrisiko Null. Dazu kommt noch ein weiterer Vorzug des Bildes: Wurde die Botschaft erhört und steht ein Zusammenziehen in Aussicht, kann man das Bild in der neuen gemeinsamen Wohnung aufhängen. Versuchen Sie das man mit WhatsApp! 

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