Orange war grade noch übrig

Zurück von Ausflügen in einige der Modern Art-Museen dieser Welt stellt man sich die Frage, was für einen selbst davon geblieben ist. Sicher, viele Werke beeindrucken durch Kreativität, Originalität und Botschaft, stehen völlig zu Recht im Olymp der modernen Kunst. Wirklich geblieben ist aber etwas ganz Anderes, nämlich die Erklärungslyrik zu den Kunstwerken. Verfasst im weltweit doch ziemlich einheitlichen Kunsthistoriker-Sprech wird postuliert, welcher Zeitströmung der Künstler oder die Künstlerin mit ihrem oder seinem Werk anhing, welches politische Umfeld auf die Entstehung Einfluss nahm, gegen welchen Missstand dieser Welt er oder sie damit Stellung bezog. Vieles ist wohl richtig, was den Ausstellungsmachern zu den diversen Kunstwerken so einfiel. Nicht selten ertappt man sich aber doch bei der heimlichen Frage, ob die Künstlerin oder der Künstler bei der Schöpfung des Werkes das alles wusste, dachte oder wollte, was ihm oder ihr hinterher zum fertigen Werk so alles zugemessen wird. Denn vielleicht, ja vielleicht war ja alles ganz anders, war alles viel banaler. Vielleicht entstand eines der berühmtesten Werke von Andy Warhol nur, weil da eben irgendwo eine Suppendose rumstand. Und vielleicht verdankt dieses hier gezeigte Werk seine Entstehung ja auch nur der Tatsache, dass im Atelier grade die Farbe Orange übrig war. Wer weiß das schon?

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